Grundstufe I: Klarstellungen

Zur aktuellen Bildungsdiskussion zum Schulbeginn 2007/08

Oktober 2007


Die gro├če Aufregung, die die Ank├╝ndigung eines Erlasses zur Grundstufe I hervorruft, zeigt, wie dringend notwendig gewisse Klarstellungen sind:

Die erste Schulstufe kann ein Kind nur dann wiederholen, wenn es sich um ein sogenanntes "freiwilliges Wiederholen" handelt, d.i. ist ein Recht, das jedes Kind allerdings nur 1 (!) Mal in seiner Schullaufbahn in Anspruch nehmen kann. Dass dies nach dem 1. Schuljahr getan wird (Antrag muss von den Eltern kommen), l├Ąsst sich auch weiterhin nicht wirklich unterbinden Doch dieses einmalige Recht schon zu Beginn der Schullaufbahn in Anspruch zu nehmen, ist nicht zweckm├Ą├čig und auch nicht notwendig.

Doch darum geht es in dieser Debatte auch nicht. Das Gesetz sieht vor, dass Schulstufen der Grundstufe I, das sind Vorschulstufe sowie 1. und 2. Schulstufe, gemeinsam zu f├╝hren sind, oder die Vorschulstufe wird getrennt gef├╝hrt, dann hat man eine Vorschulklasse. Die oft ge├╝bte Praxis, dass Kinder schon nach einem Jahr aus dem Klassenverband genommen werden, wenn sie nicht gleich weit wie die Mehrheit der Kinder sind, ist nur bedingt gesetzeskonform. Es gibt nicht "DEN Lehrplan f├╝r die 1. Schulstufe", sondern nur einen Lehrplan, der vorgibt, was die Kinder nach 2 (!) Schuljahren k├Ânnen sollen. Wenn also ein Kind langsamer ist, hat es auf Basis seines Tempos unterrichtet UND auch auf dieser Basis beurteilt zu werden. Nicht weil "die Klasse" schon den Anteil Y erf├╝llt aber Kind X erst einen Teil Z dieses Anteils Y gelernt hat, bekommt Kind X eine schlechte Note, sondern: Kind X ist auf Basis seines Lehrstoffes zu beurteilen.

Erst am Ende des 2. Schuljahres m├╝sste der Lehrplan der Grundstufe 1 (= 1. und 2. Schulstufe) erf├╝llt sein. Erst in diesem 2. Jahr ist somit ein Wechsel von Schulstufen n├Âtig, wenn das Kind noch 1 weiters Jahr Zeit braucht, die IHM noch fehlenden Lehrplanbereiche zu erf├╝llen. Es wird dann daher zwar den Klassenverband wechseln (also in seinem 3. Schuljahr dann in eine "zweite Klasse" gehen), aber es sollte keinesfalls mit den anderen wieder "von vorne" beginnen.

Die "langsameren" Kinder sind eben gerade nicht "Klassenwiederholer", sondern lernen bzw. erarbeiten einen f├╝r 2 Jahre konzipierten Lehrstoff in "geringerem Tempo" und brauchen daher 3 Jahre.

Anders zu betrachten sind jene Kinder, die -obwohl nicht schulreif- wegen ihres Alters (Erreichung der Schulpflicht) in die Vorschulstufe aufgenommen werden. Hier w├Ąre besonders darauf zu achten, dass diese Kinder, die entwicklungsm├Ą├čig eher Kindergarten-Kinder sind, m├Âglichst auch so wie diese lernen d├╝rfen.

Allein der Umstand, dass man Eltern gegen├╝ber von einem Lehrplan der 1.Klasse spricht, zeigt, dass das Konzept dort nicht richtig umgesetzt/verstanden wird.

Der Entwurf ist vom Grundsatz her, siehe oben, p├Ądagogisch notwendig.

Ilse Schmid
Pr├Ąsidentin
LV-EV
Tel. 0664 5123272