Ein Jahr früher Bildung in öffentlichen Einrichtungen

Zur aktuellen Bildungsdiskussion zum Schulbeginn 2007/08

Presseaussendung des Landesverbandes: September 2007

Wenn 20% der Jugendlichen ein 9-jähriges Schulsystem durchlaufen können ohne ausreichende Lesekompetenz zu erwerben, wenn in dieser Zeit die unterschiedliche Ausgangslage durch die individuelle familiäre Situation nicht nur nicht ausgeglichen sondern diese Unterschiede verstärkt werden, ist es unrealistisch zu glauben, dass ein vorgeschaltetes zusätzliches Jahr allein, egal ob in Kindergarten oder Schule angesiedelt, daran etwas ändern wird.

Dass bei SchulabgängerInnen, die vor Schuleintritt einen Kindergarten besucht hatten, bessere Leistungen im Rahmen von PISA (Österreich) gemessen wurden, als bei SchulabgängerInnen, die nicht im Kindergarten gewesen waren, lässt nicht den Schluss zu, dass (nur) WEGEN des Kindergartenbesuchs bessere Schulleistungen erbracht werden konnten.

Es besteht, so scheint es, eine große Neigung dazu, erhobene Daten so zu interpretieren, wie es ins Konzept passt. So wurden auch für diverse Schul-Versuche deutlich bessere finanzielle/personelle Rahmenbedingungen gewährt (oft auf Kosten der SchülerInnen an den anderen Schulstandorten) und, obwohl keine "Waffengleichheit" herrscht(e), Ergebnis-Vergleiche zwischen den Versuchs- und Regelschulen angestellt, der Einfluss dieser Rahmenbedingungen auf die Ergebnisse jedoch außer Acht gelassen.

Ehrlichkeit und eine Fokussierung aus das Wesentliche sind unverzichtbar.

Ilse Schmid
Präsidentin
LV-EV
Tel. 0664 5123272