Unterricht - Unterrichtsarbeit

Unterricht bedeutet in ├ľsterreich mehr als nur Vermittlung von Lehrstoff. In den ┬ž┬ž 17 und 18 des Schulunterrichtsgesetzes ist festgelegt:

  • Der Lehrer hat entsprechend dem jeweiligen Lehrplan unter Ber├╝cksichtigung der Entwicklung der Sch├╝ler den Lehrstoff des Unterrichtsgegenstandes dem Stand der Wissenschaft entsprechend zu vermitteln.
  • Der Lehrer hat die Sch├╝ler zur Selbstt├Ątigkeit anzuleiten.
  • Der Lehrer hat durch geeignete Methoden und durch zweckm├Ą├čigen Einsatz von Unterrichtsmitteln den Ertrag des Unterrichts zu sichern und durch entsprechende ├ťbungen zu festigen.
  • Der Lehrer hat durch besondere in die Unterrichtsarbeit eingeordnete m├╝ndliche, schriftliche und praktische oder nach anderen Arbeitsformen ausgerichtete Leistungsfeststellungen (Pr├╝fungen, Referate, Schularbeiten, Tests,...) Informationen f├╝r eine sichere Leistungsbeurteilung zu gewinnen.

Die stetige Erh├Âhung der faktischen Klassensch├╝lerzahlen allein bewirkt schon einen steigenden Zeitdruck, wenn die sch├╝lerbezogenen Komponenten des Unterrichts ernst genommen werden:

Eine Minute Sprechzeit pro Kind verbraucht bis zu 60% der Unterrichtsstunde, in h├Âheren Schulen noch deutlich mehr. Ein Referat je Kind braucht ca. 6 Unterrichtsstunden.

Wird die Unterrichtszeit eines Gegenstandes verk├╝rzt, so wirkt sich das zweifellos in irgend einer Form aus:

  • Auf Ausma├č und "Tiefe" der Inhalte, wodurch ein Lehrer- oder Schulwechsel zum Gl├╝cksspiel werden kann bzw. ├ťbertritte in weiterf├╝hrende Schulen erschwert werden.
  • Auf das Sichern des Unterrichtsertrages durch Festigen und ├ťben?
  • Diese wichtige Komponente wird dann (noch mehr) von Eltern, Verwandten oder Nachhilfeinstituten ├╝bernommen werden m├╝ssen.

Die Nachhaltigkeit des Gelernten wird (noch mehr) abnehmen.

  • Auf die sichere Leistungsbeurteilung (Validit├Ąt der Note), denn jedes Gutachten (Note) erfordert ein bestimmtes Ausma├č an Recherche (Leistungsfeststellungen).
  • Auf die M├Âglichkeit zur Mitarbeit.

Unsere Kinder haben ein Recht auf Bildung. Die geplante Stundenreduktion ist eine reine Sparma├čnahme ohne p├Ądagogisches Konzept.

  • Erst wenn festgestellt ist, wodurch die Kinder belastet sind wobei auch eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Schularten (Hauptschule-127 Stunden versus HTL-187 Stunden) erfolgen muss,
  • erst wenn durch ein Gesamtpaket sicher gestellt ist, dass nicht (noch gr├Â├čerer) Beliebigkeit T├╝r und Tor ge├Âffnet wird oder neue Belastungsfaktoren entstehen, kann tats├Ąchliche Entlastung der Sch├╝lerInnen passieren.

Ilse Schmid