Geldeinheben zu Schulbeginn

die häufigsten Problemzonen

„Der Besuch der öffentlichen Schulen ist unentgeltlich." (§5 Abs.1 SchOG)

Ausnahmen

  • Lern- und Arbeitsmittelbeiträge
  • Beiträge fĂĽr Verpflegung und Betreuung im Betreuungsteil (ausgenommen gegenstandsbezogene und individuelle Lernzeiten gem. §8 lit.j sublit. aa und bb SchOG) öffentlicher ganztägiger Schulformen
  • Schulveranstaltungen, schulbezogene Veranstaltungen (Fahrt, Nächtigung, Verpflegung, Eintritte, Kurse,…)
  • SchulbĂĽcher: Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder mit den erforderlichen Unterrichtsmitteln auszustatten. DafĂĽr wird zur finanziellen Entlastung der Eltern aus dem Familienlastenausgleichsfond (FLAF) fĂĽr jedes Schulkind ein bestimmtes Schulbuchbudget zur VerfĂĽgung gestellt: „Schulbuchaktion". Die Höhe dieses Betrags wird jährlich in der „Limitverordnung" festgelegt. Eltern zahlen -auĂźer fĂĽr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf- einen 10%igen Selbstbehalt.

Lern- und Arbeitsmittel sind die in der Hand des Schülers befindlichen Mittel wie zB Hefte, Kopien, Schreib- und Zeichenzubehör, Taschenrechner, sowie Kochbeiträge, Werkstoffe für den praktischen Unterricht,…

Wichtig: Die Beiträge dürfen höchstens kostendeckend sein. Über das Ausmaß sollte im Klassen- oder Schulforum (SGA) beraten werden. Es sind genaue Aufzeichnungen über Höhe und Verwendung zu führen. Einsichtnahme durch die Eltern muss möglich sein. Rechnungen und Belege sind prüffähig aufzubewahren. Pauschalierungen wie zB Kopierbeiträge sind gestattet, jedoch muss spätestens am Ende eines Berechnungszeitrums (Semester, Unterrichtsjahr) eine Abrechnung vorgelegt werden, zuviel Kassiertes ist rückzuerstatten, oder bei Einvernehmen für den nächsten Zeitraum gutzuschreiben.

Beiträge zur Erhaltung der Infrastruktur der Schule (Kosten für die Bereitstellung eines Kopiergerätes, Reinigung, Heizung, Mobiliar, Miete für Garderobekästen,…) dürfen nicht auf die Eltern abgewälzt werden.

Schulveranstaltungen: Ein- oder halbtägige* Schulveranstaltungen (auch Lehrausgänge* genannt), führen oft zu Unstimmigkeiten, da die Eltern wenig Einfluss (Entscheidung liegt bei der Schule) auf die Anzahl und die Kosten haben, die Kinder aber zur Teilnahme verpflichtet sind. Eltern sind jedoch rechtzeitig -auch betreffend die Kosten- genau zu informieren. Abrechnung: siehe Lern- und Arbeitsmittel.

Über mehrtägige Schulveranstaltungen entscheidet das Klassen- oder Schulforum (SGA). Da diese üblicherweise mit Übernachtungen verbunden sind, können die Eltern ohne Angabe von Gründen die Teilnahme ihres Kindes verweigern

SchulbĂĽcher: Ăśber die Ausstattung der SchĂĽler mit Unterrichtsmitteln (SchulbĂĽcher) entscheidet das Schulforum (an Schulen mit SGA die Lehrerkonferenz, an der Eltern- und SchĂĽlervertreterInnen teilnahmeberechtigt sind). Diese Entscheidung ist im Rahmen einer Sitzung (Einladung, Tagesordnung) zu treffen.

Handelt es sich um Pflichtunterricht (zB Bewegung und Sport, Englisch,…) dürfen die Eltern nicht zur Bezahlung von Beiträgen für Eintritte, Entlohnung für „native speakers", etc. verpflichtet werden.

Ilse Schmid