NEU für junge Hauptschüler/innen

Am 1. September 2005 trat eine Novelle zum Schulunterrichtsgesetz in Kraft, die eine bisher große Benachteiligung von jenen Kindern abstellt, die nach der Volksschule (VS) trotz der Berechtigung zum Besuch einer allgemein bildenden höheren Schule (AHS) eine Hauptschule (HS) besuchten.

Auch wenn Kinder im VS-Zeugnis keine schlechtere Note als Gut hatten bzw. die Schul-konferenz ihnen die Eignung für den Besuch einer AHS bestätigte, mussten sie sich in der HS dem Verfahren zur Einstufung in Leistungsgruppen unterwerfen.

Ca. ein Drittel der "AHS-geeigneten" Hauptschulanfänger/innen verlor so das Recht auf einen "AHS-wertigen" Unterricht. Sie wurden nämlich nach einer Beobachtungsphase nicht (in al-len 3 Schularbeitengegenständen, d.s. Deutsch, Englisch, Mathematik) in die höchste Leistungsgruppe eingestuft.

Wären diese Kinder statt in eine HS in eine AHS übergetreten, hätten sie mindestens ein Schuljahr lang Zeit gehabt, sich auf die neue Schulsituation einzustellen und ihre Leistungs-form (wieder) zu finden.

Mit dieser Benachteiligung ist jetzt Schluss!

Schüler/innen die auf Grund der Noten im VS-Abschluss-Zeugnis oder der erfolgreichen Ablegung einer Aufnahmsprüfung die Aufnahmsvoraussetzung für den Besuch einer AHS erfüllt, müssen von Beginn an einen "AHS-wertigen" Unterricht erhalten, auch wenn sie eine HS besucht. D.h. "…..diese Schüler haben mit Beginn des Schuljahres die höchste Leistungsgruppe zu besuchen."

Nähere Erläuterungen, wie lange dieses Recht auf Unterricht in den ersten Leistungsgruppen "wirkt", ob schlechte Ergebnisse bei Schularbeiten schon während des ersten Schuljahres eine Abstufung in eine niederere Leistungsgruppe nach sich ziehen dürfen, sind (noch) nicht kundgemacht.

Folgt man jedoch dem Geist des Gesetzes, so muss, um wirkliche Gleichstellung zu gewähr-leisten, ein Verbleib in den ersten Leistungsgruppen so lange gestattet sein, wie auch ein/e AHS-Schüler/in mit gleichen Leistungsbeurteilungen(Noten) in der AHS verbleiben kann. D.h. keine Abstufung durch die Klassenkonferenz während des Schuljahres, Recht auf Wiederholungsprüfung statt "automatischer" Abstufung, etc.

Wird die derzeitige "Umstufungspraxis" nicht beschränkt, könnte das neu geschaffene Recht für "AHS-reife" HauptschülerInnen zum Bumerang werden. Statt wie in der AHS ein Jahr lang Zeit zu haben, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen, könnte einzelnen Kin-dern schon bald nach Schulbeginn die erste "offizielle" Entmutigung blühen: die Abstufung in die 2.Leistungsgruppe, weil erste Schularbeiten nicht ganz gelungen sind.

Entsprechende Klarstellungen von Seiten des bmbwk sind erforderlich, damit an den Schulen einheitliche Vorgangsweise gewählt werden müssen, und Kinder bzw. deren Eltern nicht je nach Schulstandort um eine gerechte Vorgangsweise kämpfen müssen. I.Schmid