Sch├╝lerInneneinschreibung in die Volksschule schon im Oktober *

*Diese Zusammenstellung stellt eine Erstinformation dar. Bei speziellen Fragestellungen oder Problemen wenden Sie sich bitte an die jeweilige Beh├Ârde oder an die Verfasserin: Ilse Schmid; Pr├Ąsidentin LV-EV;

WER?

Kinder, die in der Zeit vom 1. September 1999 bis 31. August 2000 geboren sind, m├╝ssen von ihren Eltern/Erziehungsberechtigten im Oktober dieses Jahres zur Einschreibung in die Volksschule gebracht werden. Diese Kinder werden am 1.September 2006 schulpflichtig.

Kinder, die in der Zeit vom 1. September 2000 bis 31. Dezember 2000 geboren sind, d├╝rfen von ihren Eltern/Erziehungsberechtigten im Oktober dieses Jahres zur Einschreibung in die Volksschule gebracht werden. Diese Kinder d├╝rfen nur dann aufgenommen werden, wenn sie schulreif sind.

Die Schulpflicht gilt f├╝r alle Kinder, die sich dauernd in ├ľsterreich aufhalten, unabh├Ąngig von ihrer Staatsb├╝rgerschaft und ihrem aufenthaltsrechtlichen Status.

Kinder, die sich nur vor├╝bergehend in ├ľsterreich aufhalten, sind zum Schulbesuch berechtigt.

WANN?

Auf Grund einer neuen Verordnung des Landesschulrats f├╝r Steiermark (GZ VIIISchu5/1-2005 vom 28.6.05) hat die Sch├╝lereinschreibung in der Steiermark im Monat Oktober stattzufinden.

Der genaue Termin f├╝r die Einschreibung -ein oder zwei (Halb-)Tage im Oktober 2005- und die beizubringenden Dokumente werden durch Anschlag an der Schule, in manchen Regionen auch durch ein pers├Ânliches Schreiben an die Eltern/Erziehungsberechtigten, bekannt gegeben.

WO?

Die Anmeldung erfolgt in der Volksschule, die das Kind besuchen soll.

Die gesamte Steiermark ist in Schulsprengel eingeteilt. Der Wohnsitz des Kindes entscheidet ├╝ber die Sprengel-Zugeh├Ârigkeit und somit ├╝ber die Schule, die zu besuchen ist.

Die zust├Ąndige Sprengelschule hat alle schulpflichtigen Kinder aufzunehmen, also auch Kinder von Asylwerber/innen oder Kinder, deren aufenthaltsrechtlicher Status nicht gekl├Ąrt ist.

Gibt es innerhalb des Schulsprengels, dem das Kind angeh├Ârt, mehrere Volksschulen, so k├Ânnen die Eltern/Erziehungsberechtigten eine Schule ausw├Ąhlen. ├ťber die endg├╝ltige Zuteilung entscheidet der Schulerhalter.

Wenn das Kind eine nicht im Wohnsitz-Sprengel liegende Schule besuchen m├Âchte, m├╝ssen die Eltern/Erziehungsberechtigten bis l├Ąngstens 31.M├Ąrz 2006 einen entsprechenden Antrag an die Wohnsitz-Gemeinde stellen.

F├╝r Privatschulen gelten teilweise andere Vorschriften.

WAS?

Der Schulleiter bzw. die Schulleiterin oder eine Lehrperson nehmen die Anmeldung verbunden mit der Ausf├╝llung eines Sch├╝lerstammblattes und der Einsichtnahme in die mitzubringenden Dokumente (Meldezettel, Geburtsurkunde, Staatsb├╝rgerschaftsnachweis bzw. Reisepass,ÔÇŽ) entgegen.

ER/Sie spricht bzw. besch├Ąftigt sich auch mit dem Kind und macht sich so ein Bild ├╝ber die Schulreife des Kindes.

Die Entscheidung, ob ein Kind schulreif ist oder nicht, trifft d. Schulleiter/in.

Schulreif ist ein Kind dann, "wenn angenommen werden kann, dass es dem Unterricht in der ersten Schulstufe zu folgen vermag, ohne k├Ârperlich oder geistig ├╝berfordert zu sein."

Die Feststellung der Schulreife zum Zeitpunkt der Sch├╝lereinschreibung stellt somit auch eine Prognose dar, die auf Grund der zum Entscheidungszeitpunkt vorliegenden k├Ârperlichen und geistigen Entwicklung erstellt wird. Eine altersgem├Ą├če Entwicklung l├Ąsst erwarten, dass das Kind dem Unterricht in der ersten Schulstufe zu folgen vermag, ohne k├Ârperlich oder geistig ├╝berfordert zu sein, sodass kein Verfahren zur Feststellung der Schulreife einzuleiten ist.

Ergeben sich Gr├╝nde f├╝r die Annahme, dass das Kind die Schulreife nicht besitzt, oder verlangen die Eltern/Erziehungsberechtigte eine ├ťberpr├╝fung der Schulreife, so hat d. Schulleiter/in ein Verfahren zur Feststellung der Schulreife einzuleiten.

Dazu hat er/sie erforderlichenfalls ein schul├Ąrztliches Gutachten einzuholen.

Ein schulpsychologisches Gutachten darf auf Wunsch bzw. nur mit Zustimmung der Eltern/Er-ziehungsberechtigten eingeholt werden.

Die amtswegige Beiziehung anderer insbesondere au├čerschulischer ExpertInnen wie z.B. Kindergartenp├ĄdagogInnen, ist gesetzlich nicht vorgesehen. Wohl aber k├Ânnen die Eltern/Erziehungsberechtigten entsprechende Gutachten und Stellungnahmen vorlegen.

Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter hat bei seiner Entscheidung die Gutachten zu w├╝rdigen, ist aber nicht an sie gebunden. Im ├ťbrigen hat er im Sinne des Grundsatzes des Parteien-geh├Ârs den Erziehungsberechtigten Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Ergebnissen der (amtswegig) eingeholten Gutachten zu geben.

Gegen die Entscheidung des Schulleiters/der Schulleiterin ist eine Berufung an die Bezirksverwaltungsbeh├Ârde m├Âglich.

WARUM?

Wem n├╝tzt der fr├╝he Termin f├╝r die Sch├╝lereinschreibung? Der Zeitraum von der Einschrei-bung bis zum Schuleintritt umfasst 11 Monate, das entspricht fast einem F├╝nftel der Lebens-zeit des Kindes. Es ist zu erwarten, dass in vielen F├Ąllen keine sichere Beurteilung der Schul-reife erfolgen kann, so dass die Eltern/Erziehungsberechtigten zu einem sp├Ąteren individuell zu vereinbarenden Termin nochmals einzuladen/vorzuladen sein werden.

Zweifellos ein Nachteil, der aber durch die Chance, dank der Fr├╝herkennung von Defiziten gezielte F├Ârderungen anbieten und durchf├╝hren zu k├Ânnen, wettgemacht w├╝rde.

Denn die Sch├╝lereinschreibung ist ein Termin, den alle Eltern von schulpflichtig werdenden Kindern wahrzunehmen haben. Durch diese Vorverlegung des Termins der Sch├╝lereinschrei-bung von M├Ąrz in den Oktober des vorangehenden Jahres kann um 5 Monate fr├╝her als bisher eine ann├Ąhernd l├╝ckenlose Erfassung aller Kinder im Vorschulalter sichergestellt werden.

Damit dieser "Nutzen" der Vorverlegung die "Nachteile" ├╝berwiegt, muss gew├Ąhrleistet sein, dass insbesondere f├╝r die Kinder, die keinen Kindergarten besuchen und bei denen bei der Einschreibung Defizite festgestellt werden, Angebote geschaffen werden, die quasi verbindlich sind, sodass eine F├Ârderung dieser Kinder noch vor Schuleintritt erfolgt.

Werden besondere Defizite in der sprachlichen Entwicklung festgestellt, ist darauf hinzuwirken, dass das Angebot einer Sprachf├Ârderung angenommen wird. Das setzt voraus, dass es derartige Angebote gibt.

F├╝r Kinder, die einen Kindergarten besuchen, wird diese F├Ârderung im Rahmen des Kindergartenbesuchs verst├Ąrkt erfolgen k├Ânnen und m├╝ssen.

Denn alle Kinderg├Ąrten haben gem├Ą├č Stmk. Kinderbetreuungsgesetz ohnedies die Aufgabe, die Kinder auf die Schule vorzubereiten. Man muss daher davon ausgehen d├╝rfen, dass es ein wesentliches Anliegen der Kinderg├Ąrten ist, der Sprach- und Sozialkompetenz der Kinder besonderes Augenmerk zu schenken und entsprechende F├Ârderungen einzuleiten.

Wir haben bereits einige Vorgespr├Ąche gef├╝hrt und konkrete Ma├čnahmen angedacht. Unser Ziel ist es, ein m├Âglichst fl├Ąchendeckendes Angebot an "Kursen" zu schaffen. Daf├╝r ist ein Projektantrag an die Landesregierung in Ausarbeitung.

Die Rechtfertigung f├╝r die Vorverlegung der Einschreibung ergibt sich m.E. ausschlie├člich aus dem Umstand, dass nicht alle Kinder im Vorschulalter einen Kindergarten besuchen.

Daher:

Werden anl├Ąsslich der Sch├╝lereinschreibung Defizite im Bereich der Sprachkompetenz oder Entwicklungsverz├Âgerungen festgestellt, so sollten die Eltern nicht nur auf entsprechende Angebote hingewiesen werden, sondern es sollte im Interesse der Kinder sichergestellt werden, dass die Kinder auch die M├Âglichkeit erhalten, ein Angebot anzunehmen (in besonderen F├Ąllen k├Ânnte in Kooperation mit der Jugendwohlfahrt auch eine "nachgehende" Form der Betreuung/F├Ârderung eingeleitet werden).

Gelingt es, allen Kindern im Vorschulalter eine qualifizierte F├Ârderung angedeihen zu lassen, werden alle Kinder davon profitieren, nicht nur jene, die eine F├Ârderung in Anspruch nehmen durften/mussten.

Wir hoffen, dass dieses Vorhaben gelingt und danken allen, die zum Gelingen beitragen werden.