Elternbrief Jänner 2008

Liebe Leserinnen und Leser!


Viele Diskussionen, unterschiedliche bis widersprüchliche Meldungen, aber letztendlich auch Entscheidungen prägten die letzten Wochen und Monate.
Auch wenn sehr viel über Strukturen gesprochen wurde, so gelang es doch auch, das eigentliche Unterrichtsgeschehen und die Qualität des Unterrichts ins Zentrum der Betrachtungen zu rücken.

Die pädagogischen Richtlinien für die Grundstufe I
Die Initiative 25+
Die Modellversuche in der Sekundarstufe I
sowie zahlreiche Vortragsinhalte und Gesprächsergebnisse weisen deutlich in diese Richtung.

Auch PIRLS, eine Studie zur Lesekompetenz von Kindern in vierten Klassen an Volksschulen hat nun gezeigt, was wir schon lange bemängeln: zu viele Kinder verlassen die Volksschule, ohne über ausreichende Kompetenzen für den weiterführenden Bildungserwerb zu verfügen. Dass dies nicht allein an den Kindern liegt, darauf deuten die enormen Mittelwert-Unterschiede hin.

„Wir messen, was wir ins System einbringen, und in den letzten Jahren auch, was das System hervorbringt, wir wissen aber kaum etwas darüber, was dazwischen, also im Unterricht passiert.“, bekannte der Leiter des Zentrums für vergleichende Bildungsforschung (ZVB), Herr DDr. Günter Haider anlässlich seines Vortrags am 17. Dezember 2007 in Graz ein.

Wie zB die Hamburger Längsschnittstudie von Dr. Peter May, Leiter des Referats "Standardsicherung und Testentwicklung" im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg zeigt, können durch derartigen Beobachtungen Kriterien eines „erfolgreichen“ Unterrichts untermauert werden, die kritischen Beobachtern des Systems und erfahrenen –wissenschaftlich denkend und arbeitenden-
PädagogInnen zwar evident sind, aber sich „mangels Beweise“ (bei uns) nicht einfordern lassen.
So halten sich hartnäckig auch Verhaltens-weisen und Methoden, die eine positive Entwicklung von Kindern behindern. „Ist Dummheit lernbar?“ war deshalb auch Thema einer Veranstaltung mit Dr. Max H. Friedrich in Graz. Mehr als 400 Interessierte waren vom Vortrag und der anschließenden Diskussion begeistert.
Und weil ich überzeugt davon bin, dass allzu oft Methoden übergroßen Raum bekommen, die Kindern -langfristiger gesehen- schaden, kooperiere ich intensiv mit anderen Organisationen. So auch mit dem Katholischen Familienverband, bei dessen jüngster Veranstaltung am 16. November 07 Dr. Alfred Schirlbauer, Professor am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien die Frage:
„Schule: Spiel- oder Lernort“ beleuchtete.
Eltern sind die wichtigsten Garanten für eine gelingende Schullaufbahn. Viele Eltern nehmen diese Aufgabe sehr engagiert an. Sie unterstützen überdies auch häufig „die Schule“ über die Elternvereine. Neben ideellen Zuwendungen werden von den Elternvereinen auch teilweise beträchtliche Geldmittel eingebracht. In den letzten Jahren mehren sich die Forderungen an Elternvereine, auch durch Beistellung von „Personal“ das schulische Angebot zu verbessern. Dass dadurch der Elternverein zu einem Arbeitgeber werden kann, wird vielfach nicht bedacht.

Wir werden auch in den nächsten Monaten in Bezirksveranstaltungen, bei Vorträgen, und anderen Gelegenheiten gemeinsam mit unseren Mitgliedern und anderen Partnern für gute Bildungschancen für alle Kinder eintreten. Bitte halten Sie mit uns Kontakt.
Ilse Schmid