Kinder sind Keine Taschenrechner

Viele Sch├╝ler scheitern im Mathematikunterricht, weil sie anders denken, als es die Zahlenkunst erfordert. Bereits in der Grundschule wird vers├Ąumt, ihnen eine andere, passende Denkweise beizubringen, sagt Inge Schwank, die seit 20 Jahren ├╝ber ┬╗Kognitive Mathematik┬ź forscht und selbst Mathe-Kurse f├╝r Sch├╝ler anbietet.

Zwei Denkweisen

statisches ┬╗pr├Ądikatives ┬ź (also Eigenschaften zuschreibendes) Denken

funktionales Denken

Die zwei Denkweisen konnte Inge Schwank (2005) zusammen mit dem L├╝becker Forscher Jan Born in einer EEG-Studie nachweisen. Im Gespr├Ąch mit Gehirn&Geist erkl├Ąrt sie, wie das funktionale Denken fr├╝h gef├Ârdert werden k├Ânnte,....

"Kinder sind keine Taschenrechner"

Das Interview mit Inge Schwank finden Sie hier

 

Das statisch denkende Kind sucht Ähnlichkeiten, das funktional denkende Kind erkennt den Prozess.

Statisch denkende Kinder machen etwas Richtiges - aber an der falschen Stelle.

zB:
der Nachfolger von 1090 ist 2000!

Bei funktionalem Denken kann dieser Fehler nicht passieren, weil auff├Ąllt, dass 2000 fast doppelt so viel wie 1090 ist.

Statisch denkende Kinder ahmen geschickt die (wenigen) einfachen Muster nach, die man f├╝r das Rechnen in der Volksschule braucht.

Die Rechenverfahren werden zu fr├╝h bzw. "├╝berautomatisiert" , so dass das Gef├╝hl f├╝r die Prozesse verloren geht.

Hat das Kind nicht Gelegenheit, sich die "Hintergr├╝nde" anhand kleiner ├╝berschaubarer Gr├Â├čen anzueignen, fehle die Basis f├╝r ├ťbertragungen.

zB:
Paul hat 3 Stifte um jeweils 2 Euro.

Paul hat a Stifte um jeweils b Euro.

Im ersten Fall kommt die richtige L├Âsung meist sofort, im zweiten Fall wird nichts oder in rascher Folge a+b, "ah nein", a-b, "ah nein".... als L├Âsung angeboten. Welche Variante zuerst genannt wird, h├Ąngt h├Ąufig von der zuletzt ge├╝bten Aufgabenart ab.

Daher:
Musterbeispiele verbannen
Automatisieren von Prozessen nicht von Musterabfolgen
Denken vor Tempo