LĂ€rm in der Schule

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Erich Hotter und Josef Zollneritsch, "Arge Zuhören"

"Viel Raum, um dem LĂ€rm(en) eine Chance zu geben, aber wenig Zeit, um dem LĂ€rm(en) keine Chance zu geben."

Das PhÀnomen LÀrm und seine Auswirkungen in der Schule

Dabei hat sich gezeigt, dass LehrerInnen und SchĂŒlerInnen gleichermaßen darunter leiden. Im Dialog mit Praktikern wurde den Ursachen nachgegangen und Lösungen erarbeitet.

Kann man LĂ€rm aus der bewussten Wahrnehmung ausblenden?

Viele meinen, dass gewohnter LĂ€rm aus der bewussten Wahrnehmung ausgeblendet werden kann und man sich dadurch nicht mehr gestört fĂŒhlt. Untersuchungen des Gesundheitszustandes von Personen, die stĂ€ndigem LĂ€rm ausgesetzt sind (Anwohner von Hauptverkehrsstraßen, Eisenbahnen oder FlughĂ€fen,...) zeigen, dass der verdrĂ€ngte DauerlĂ€rm krank macht.

Krankmacher DauerlÀrm

Obwohl es diesen Personen nicht bewusst ist, reagiert ihr Nervensystem auf die LĂ€rmbelastung mit klassischen Stress-Symptomen: erhöhter Blutdruck und gesteigerter Puls, erhöhte Stresshormone im Blut, Ein- und Durchschlafstörungen, Muskelverspannungen, RĂŒckenprobleme, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, Unlust und erhöhte Reizbarkeit.

Auch Kinder sind betroffen

Eine Studie der UniversitÀt Innsbruck hat gezeigt, dass auch bereits Kinder von den Folgen des DauerlÀrms betroffen sind. Bei 9-10-JÀhrigen, die an der Inntal-Autobahn lebten, fand man erhöhte Stresshormone, erhöhten Blutdruck, Konzentrations- und LeseschwÀche. Die gemessenen Schalldruckpegel lagen zwischen 55 dB(A) und 65 dB(A).

HintergrundgesprĂ€che reduzieren die Merkleistung von SchĂŒlerInnen um 25 %

Bei hohem LĂ€rmpegel arbeiten Kinder langsamer und haben grĂ¶ĂŸere Probleme, das Gelernte zu behalten. LĂ€rm blockiert sozusagen Lernprozesse. Vor allem TĂ€tigkeiten, die hohe Konzentration erfordern, werden durch LĂ€rm besonders gestört. LĂ€rm mit Informationsgehalt (z.B. leises Sprechen) stört dabei mehr als bedeutungsloser LĂ€rm (z.B. Hintergrundmusik), weil wir unwillkĂŒrlich versuchen, den Sinn des Gesagten zu erfassen.



Soziales Klima ist in akustisch schlechten Klassen in Mitleidenschaft gezogen

SchĂŒlerInnen in akustisch schlechten Klassen werden von LehrerInnen öfter als zu laut empfunden, die Unruhe in der Klasse ist erhöht und der Unterricht wird öfter durch Ermahnungen unterbrochen. Die Beziehungen zwischen SchĂŒlerInnen in lauten Klassen ist schlechter und das Benehmen der SchĂŒlerInnen leidet darunter. Eltern beklagen sich hĂ€ufiger und LehrerInnen, die in solchen Klassen unterrichten, sind öfter krank als andere.

Motivationsprobleme und RĂŒckzug

SchĂŒlerInnen in lĂ€rmbelasteten Schulen sind hĂ€ufiger demotiviert, geben bei schwierigen Aufgaben frĂŒher auf und starten bei Misserfolgen nicht neu. Unkontrollierbarer, chronischer LĂ€rm kann das Entstehen von RĂŒckzug und Resignation begĂŒnstigen. Bis zu zwei Drittel der VersuchsteilnehmerInnen geben nach etlichen erfolglosen Versuchen, LĂ€rm abzustellen, auf und fĂŒgen sich in das Unvermeidliche. Nur ein Drittel bekĂ€mpft die Ursache weiter aktiv, was in der Psychologie als "erlernte Hilflosigkeit" bezeichnet wird.

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