Förderunterricht

Gem. SchOG § 8 sind

g) unter Förderunterricht nicht zu beurteilende Unterrichtsveranstaltungen zu verstehen:

aa) fĂŒr SchĂŒler, die in PflichtgegenstĂ€nden eines zusĂ€tzlichen Lernangebotes bedĂŒrfen, weil sie die Anforderungen in wesentlichen Bereichen nur mangelhaft erfĂŒllen oder wegen eines Schulwechsels Umstellungsschwierigkeiten haben,

bb) in Sonderschulen auch fĂŒr SchĂŒler, die auf den Übertritt in eine Schule, die keine Sonderschule ist, vorbereitet werden sollen,

cc) in PflichtgegenstĂ€nden, die leistungsdifferenziert gefĂŒhrt werden, fĂŒr SchĂŒler, die auf den Übertritt in eine höhere Leistungsgruppe vorbereitet werden sollen und fĂŒr SchĂŒler, deren Übertritt in eine niedrigere Leistungsgruppe verhindert werden soll;

Lehrplan

Im Lehrplan ist festgelegt, fĂŒr welche PflichtgegenstĂ€nde ein Förderunterricht eingerichtet werden darf, sowie auch die Dauer des jeweiligen Förderkurses und die Anzahl der Kurse, an denen ein SchĂŒler teilnehmen darf.

Eröffnungs- und Teilungszahlen

FĂŒr die FĂŒhrung von Förderkursen gilt § 4 der Eröffnungs- und Teilungszahlen-verordnung, wobei schulautonome -andere- Festlegungen möglich sind.
Erste bis vierte Schulstufe : mindestens 3 höchstens 8
Ab der fĂŒnften Schulstufe: mindestens 8 höchstens 12



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Hauptschule und Berufsschule

An Hauptschulen und Berufsschulen besteht fĂŒr SchĂŒler eine Verpflichtung zur Teilnahme am Förderunterricht

„..sofern von Amts wegen oder auf Antrag des SchĂŒlers der den betreffenden Pflichtgegenstand unterrichtende Lehrer feststellt, daß der SchĂŒler

zur Vorbereitung auf den Übertritt in eine höhere Leistungsgruppe oder

zur Vermeidung des Übertrittes in eine niedrigere Leistungsgruppe des Förderunterrichtes bedarf;

dies gilt auch fĂŒr den Förderunterricht in den PflichtgegenstĂ€nden Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache der Hauptschule wĂ€hrend des Beobachtungszeitraumes und in der niedrigsten Leistungsgruppe, wenn der SchĂŒler des Förderunterrichtes bedarf, weil er die Anforderungen in wesentlichen Bereichen nur mangelhaft erfĂŒllt oder wegen eines Schulwechsels Umstellungsschwierigkeiten hat.“ (SchUG § 12 (6))

Volksschule

In Volksschulen bzw.
„Soweit nicht eine Verpflichtung zur Teilnahme am Förderunterricht gemĂ€ĂŸ Abs. 6 besteht, können sich SchĂŒler nach Feststellung der FörderungsbedĂŒrftigkeit durch den unterrichtenden Lehrer zur Teilnahme am Förderunterricht anmelden.“ (SchUG § 12 (7))

„Bei Wegfall der FörderungsbedĂŒrftigkeit kann sich der SchĂŒler von der weiteren Teilnahme am Förderunterricht abmelden. Sofern nach Feststellung des Lehrers die FörderungsbedĂŒrftigkeit noch besteht, bedarf die Abmeldung der Zustimmung des Schulleiters.“ (SchUG § 12 (8))

Weitere Bestimmungen, die sich aus den LehrplÀnen ergeben sind zB:

Lehrplan der Volksschule:

„In der Vorschulstufe kann im Rahmen der verbindlichen Übung „Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben" eine besondere Förderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von drei Wochenstunden bei Bedarf parallel zum Unterricht in den verbindlichen Übungen bzw. ganz oder teilweise mit diesem gemeinsam gefĂŒhrt werden.“

„Der Förderunterricht in der Grundschule (1. bis 4. Schulstufe) ist als fachĂŒbergreifende Unterrichtsveranstaltung je Unterrichtsjahr und Klasse bei Bedarf -fĂŒr SchĂŒlerinnen bzw. SchĂŒler, die eines zusĂ€tzlichen Lernangebotes bedĂŒrfen -anzubieten. Dieser Förderunterricht kann additiv oder integrativ durchgefĂŒhrt werden. Bei der Feststellung der FörderbedĂŒrftigkeit durch die Lehrerin bzw. den Lehrer gemĂ€ĂŸ § 12 Abs. 7 des Schulunterrichtsgesetzes sind die voraussichtliche Dauer (Kursdauer) des Förderunterrichts, die Art der Förderung (schriftliches Förderkonzept) sowie der Unterrichtsgegenstand, auf den sich die Förderung bezieht („Deutsch, Lesen, Schreiben“ und/oder „Mathematik“), anzugeben.“

Lehrplan der Hauptschule:

„Förderunterricht stellt eine der grundlegenden Maßnahmen im Sinne des § 19 Abs. 4 des Schulunterrichtsgesetzes (”FrĂŒhwarnsystem”) dar, welche der Zielsetzung folgt, SchĂŒlerinnen
und SchĂŒler, die von einem Leistungsabfall betroffen oder bedroht sind, vor Schulversagen zu
bewahren. DarĂŒber hinaus stellt der Förderunterricht fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die in der
Anfangsstufe des betreffenden Pflichtgegenstandes auf Schwierigkeiten stoßen, ein zusĂ€tzliches Lernangebot dar. Dabei ist vorauszusetzen, dass es sich um leistungsfĂ€hige und leistungswillige SchĂŒlerinnen und SchĂŒler handelt, die vorĂŒbergehend von einem Leistungsabfall betroffen oder bedroht sind.

In Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache ist jedenfalls ein Förderunterricht fĂŒr
jene SchĂŒlerinnen und SchĂŒler vorzusehen, die

a) eines zusĂ€tzlichen Lernangebots bedĂŒrfen, weil sie die Anforderungen in den wesentlichen Bereichen nur mangelhaft erfĂŒllen oder Umstellungsschwierigkeiten wegen eines Schulwechsels haben; nach der Einstufung in Leistungsgruppen kommt dieser Förderunterricht nur mehr fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der dritten Leistungsgruppe in Betracht;

b) auf den Übertritt in eine höhere Leistungsgruppe vorbereitet werden sollen oder deren Übertritt in eine niedrigere Leistungsgruppe verhindert werden soll.

Ein Förderunterricht kann im Rahmen der der Schule zur VerfĂŒgung stehenden Lehrerwochenstunden in allen PflichtgegenstĂ€nden angeboten werden.

Der Förderunterricht kann in der 1. bis 4. Klasse als Klassen-, Mehrklassen- oder Mehranstalten-kurs gefĂŒhrt werden und ist einem bestimmten Pflichtgegenstand zuzuordnen. Er kann in allen PflichtgegenstĂ€nden in Kursform, geblockt oder in den Unterricht des jeweiligen Pflichtgegen-standes integriert durchgefĂŒhrt werden.

FĂŒr Förderunterricht dĂŒrfen in jeder Klasse pro Schuljahr insgesamt 72 Unterrichtsstunden und fĂŒr jede/n SchĂŒler/in 48 Unterrichtsstunden vorgesehen werden.

Förderunterrichts in den leistungsdifferenzierten PflichtgegenstÀnden

BezĂŒglich des Förderunterrichts in den leistungsdifferenzierten PflichtgegenstĂ€nden siehe Z 4
Förderung durch Differenzierung und Individualisierung.

Bei der FĂŒhrung von Leistungsgruppen ist zu beachten:

Leistungsdifferenzierung dient der besonderen Förderung der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie der Sicherstellung der DurchlĂ€ssigkeit im Schulwesen. Die organisatorische Umsetzung hat sich nach Maßgabe der ausfĂŒhrungsgesetzlichen Bestimmungen ausschließlich an diesen pĂ€dagogischen Zielstellungen zu orientieren.

Die Stimmigkeit der Einstufung und der Noten ist regelmĂ€ĂŸig durch vergleichende Maßnahmen (zB bei den Aufgabenstellungen) abzusichern.

EinschĂ€tzungen und Prognosen ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit dĂŒrfen nicht bewirken, dass einzelnen SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern Teile des Bildungsangebots vorenthalten werden. Die Anforderungen der höchsten Leistungsgruppe haben jenen der Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schule zu entsprechen. Die Anforderungen der ĂŒbrigen Leistungsgruppen sind so zu dimensionieren, dass sich jede Leistungsgruppe nach Möglichkeit um eine Notenstufe von der nĂ€chsthöheren unterscheidet.

Die Einstufung in die einzelnen Leistungsgruppen gemĂ€ĂŸ § 31b des Schulunterrichtsgesetzes hat nach einem Beobachtungszeitraum zu erfolgen, welcher mindestens zwei Wochen ab Beginn des Unterrichtsjahres und lĂ€ngstens bis zum Ende des ersten Semesters dauert.
EigenstÀndige Leistungsfeststellungen zum Zweck der Einstufung sind dabei nicht zulÀssig.
AllfĂ€llige Umstufungen in höhere oder niedrigere Leistungsgruppen sind gemĂ€ĂŸ § 31c des Schulunterrichtsgesetzes vorzunehmen. Über den aktuellen Stand ihrer Leistungen sind die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler regelmĂ€ĂŸig zu informieren.

Sofern die Leistungsgruppen in getrennten SchĂŒlergruppen unterrichtet werden, ist eine zeitlich und inhaltlich genau abgestimmte gemeinsame Grundlage herzustellen, damit die Möglichkeit der Umstufung in eine höhere Leistungsgruppe sichergestellt wird.

Die Anforderungen der einzelnen Leistungsgruppen sind den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern einsichtig zu machen. Ihre EinschĂ€tzung des eigenen Leistungsstandes ist zu fördern und es sind ihnen Wege zur Verbesserung ihrer LeistungsfĂ€higkeit zum Zweck der Umstufung in die nĂ€chsthöhere Leistungsgruppe zu zeigen.

Die Förderung in Leistungsgruppen sowie die Umstufungen gemĂ€ĂŸ § 31c des Schulunterrichtsgesetzes haben insbesondere unter Bedachtnahme auf die Übertrittsmöglichkeiten in mittlere und höhere Schulen zu erfolgen.

Der Auftrag zur Differenzierung und Individualisierung kann sich nicht in der Zuordnung zu bestimmten Lerngruppen erschöpfen. Auch der Unterricht in SchĂŒlergruppen hat gemĂ€ĂŸ der oben genannten GrundsĂ€tze, die fĂŒr alle UnterrichtsgegenstĂ€nde gelten, zu erfolgen, weil die Annahme, es gĂ€be homogene Niveaus, empirisch nicht zutreffend ist.