Förderpläne

Individuelle Förderpläne als Instrument der Unterrichtsplanung

Auszug aus den Richtlinien zum Rundschreiben Nr. 6/2009

… "Die Arbeit mit Individuellen Förderplänen dient der besonderen Förderung der Schülerinnen und Schüler. Die Unterrichtsthemen sind mit den in den Individuellen Förderplänen beschriebenen Methoden zu erarbeiten. Ziel ist es, das individuelle Entwicklungspotenzial der Schülerinnen und Schüler auszuschöpfen." …

Der Individuelle Förderplan

•versteht sich als eine diagnosegeleitete, geplante Begleitung der Lernprozesse eines Kindes,

•folgt einem dynamischen Entwicklungskonzept, das von Beginn an Planungs- und Rückkoppelungsschleifen vorsieht,

•geht von den individuellen Stärken der Schülerin/des Schülers aus,

•knüpft am aktuellen Niveau des Entwicklungsstandes des Kindes (Fähigkeiten und Fertigkeiten) an und

•setzt sich zum Ziel, lebensrelevante Kompetenzen aufzubauen.


Welche Schritte gehen der Erstellung eines Individuellen Förderplans voran?

•sonderpädagogische sowie gegebenenfalls

•psychologische und medizinische Gutachten

•eine ausreichende Beobachtungsphase

•die Erhebung anamnestischer Daten

•die Erstellung einer Förderdiagnose im Rahmen einer fundierten Kind – Umfeld –Analyse

Dabei ist zu beachten, dass Daten und Gutachten immer getrennt vom Individuellen Förderplan zu verwalten sind.

Es ist auf jeden Fall sicherzustellen, dass der Datenschutz auf allen Ebenen gewährleistet wird!

Entwicklung und Überprüfung des Individuellen Förderplans

Die erstmalige Erstellung eines Individuellen Förderplans wird in der Regel nach einer vier- bis sechswöchigen Beobachtungsphase erfolgen.

Er wird auf der Grundlage einer umfassenden Förderdiagnose (Analyse der persönlichen sowie der umfeldbezogenen Bedingungen) ausgearbeitet und enthält

•eine präzise Beschreibung des pädagogischen Ist-Zustandes,

•eine Definition der angestrebten Förderziele,

•eine Beschreibung der geplanten Fördermaßnahmen und Methoden,

•die Angabe des geplanten Zeitraumes zur Erreichung der Förderziele,

•Prozessbeobachtungen,

•die Überprüfung der erreichten Ziele und der durchgeführten Maßnahmen sowie

•deren allfällige Adaptierung und die Festlegung der nächsten Ziele u. Maßnahmen.

…. Im Sinne eines partizipativen Bildungskonzeptes sind nach Maßgabe der Möglichkeiten auch die Erziehungsberechtigten sowie die betroffene Schülerin bzw. der betroffene Schüler in den Prozess der Förderplanung einzubeziehen. Überdies kann es auch immer wieder erforderlich bzw. sinnvoll sein, im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten Expertinnen und Experten von anderen schulischen (z. B. Sonderpädagogische Zentren) bzw. außerschulischen Einrichtungen und Maßnahmenträgern in die Förderplanung einzubinden.

Die Überprüfung im Hinblick auf die Umsetzung der Förderplanarbeit am jeweiligen Schulstandort obliegt in erster Linie der Schulleiterin bzw. dem Schulleiter sowie im Rahmen der Schulinspektion der Schulaufsicht.

Weitergabe des Individuellen Förderplans bei Schulwechsel; Recht auf Einsichtnahme

Um die Kontinuität der Fördermaßnahmen für die einzelne Schülerin/den einzelnen Schüler auch bei einem Schulwechsel zu gewährleisten, ist der Individuelle Förderplan unter Wahrung des erforderlichen Datenschutzes an die aufnehmende Schule weiterzugeben.

Bei der Weitergabe hat der Individuelle Förderplan jedenfalls die bisher erreichten Förderziele, die durchgeführten Fördermaßnahmen und angewendeten Methoden sowie deren Überprüfung und Adaptierung zu beschreiben.

Einsicht in den Individuellen Förderplan ist allen an der Förderplanarbeit beteiligten Lehrerinnen und Lehrern, der Schulleiterin/dem Schulleiter, der Schulaufsicht auf Bezirks- und Landesebene, den Erziehungsberechtigten und den betroffenen Schülerinnen und Schülern sowie
mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten – weiteren schulischen oder außerschulischen Expertinnen und Experten oder Maßnahmenträgern zu gewähren…

Formale Gestaltung des Individuellen Förderplans

……

Formal enthält der Individuelle Förderplan neben den persönlichen und anamnestischen Daten der Schülerin/des Schülers eine klare, übersichtliche und präzise (möglichst knappe) Darstellung

•der jeweiligen Lernausgangslage,

•der auf einen bestimmten zeitlichen Horizont bezogenen Förderziele und
•Fördermaßnahmen sowie Notizen zu Prozessbeobachtungen
•der Überprüfung der Lernprozesse und Zielerreichung sowie
•der Fortschreibung bzw. Adaptierung der Lernziele und Fördermaßnahmen…..