Vorschulklasse gesucht

Häuslicher Unterricht als Ausweg

Das Konzept „Neue Grundschule“, das mit einer fast vollständigen Abschaffung von Vorschulklassen einhergeht, kommt zwar schon in die Jahre –die entsprechenden Gesetze sind schon seit 1999 in Kraft- dennoch hat dieses Konzept viele Eltern, aber auch Pädagog/inn/en noch nicht überzeugt.

Gibt es für das nicht schulreife Kind keine Vorschulklasse so wählen viele Eltern den Weg in den „häuslichen Unterricht“ ergänzt durch den Besuch eines Kindergartens.

Hat man vor Einführung der „Grundschule neu“ den Eltern unterstellt, sie würden mit ihren Kindern in die Vorschulklassen drängen, weil diese im Gegensatz zum Kindergarten beitragsfrei sind, so kann dieses Argument nun wohl kaum mehr herangezogen werden. Denn jetzt müssen häufig Eltern für ihre schulpflichtigen Kinder im Kindergarten Beiträge zahlen, während der Schulbesuch frei wäre.

Doch wie sind die Reaktionen auf den Umstand, dass sehr viele Kinder ihr erstes Schuljahr nicht in der Schule sondern im häuslichen Unterricht, meist ergänzt durch den Besuch eines Kindergartens, verbringen?

Evaluiert man die Umsetzung des Konzeptes „Neue Grundschule“?
Erhebt man die Einstellung von Pädagog/inn/en zur „Neuen Grundschule“?
Befragt man die Eltern von Schüler/inne/n der Grundstufe I und jene Eltern, die den „häuslichen Unterricht“ gewählt haben?

Oder beschränkt man sich auf Maßnahmen, die Eltern und Kindern diesen „Ausweg“ erschweren oder gar verwehren?

Es ist wichtig und richtig darauf zu achten, dass die Unterrichtspflicht ernst genommen wird. Aber gerade nicht schulreife Kinder brauchen fĂĽr ihre Entfaltung oft ein Umfeld, das im Rahmen eines Schulunterrichts oft nicht in ausreichendem AusmaĂź bereitgestellt werden kann.

Der „Lehrplan für Vorschulklassen“ war deshalb ursprünglich anders konzipiert und musste erhebliche Abstriche erfahren, damit er nun als Lehrplan für die Vorschulstufe bei gemeinsamer Führung mit der 1. Schulstufe geeignet ist.

Der Lehrplan der Vorschulstufe ist als eigener Teil des Lehrplans der Grundstufe I ausgewiesen. Seine ErfĂĽllung wird insofern nicht ĂĽberprĂĽft, als die SchĂĽler/innen der Vorschulstufe nicht beurteilt werden. Im Idealfall fĂĽhrt die Absolvierung seiner Inhalte zum Erreichen der Schulreife.

Nicht schulreife Kinder sind jenen im Kindergarten „näher“ als den Schulkindern. Das ist es auch, warum Eltern bei Fehlen von Vorschulklassen einen „Ausweg“ suchen.

Für „langsame Lerner“ oder Kinder mit „einseitiger Begabung“ bietet das Konzept der neuen Grundschule die Möglichkeit, die Lernziele der 1. und 2. Schulstufe aufgeteilt auf 3 Jahren zu erarbeiten. Andere wiederum könnten das Lernpensum in 1 Jahr erfüllen. Nur in Familienklassen kann ein derartiges Konzept beim Wechsel von „Lernstufen“ ohne Verlust der gesamten Lerngruppe umgesetzt werden.