Hauptsache "modern" und "macht Spaß"?

Warum es nicht wundert, dass die Leistungen nicht rosig sind:

Unter dem Schlagwort „modern“ wurden in den vergangenen Jahren viele zeitintensive Unterrichtsabläufe propagiert und eingeführt.
So werden die Buchstaben gebacken, gegessen, getanzt und gesprungen. Das kostet Zeit und, wie verschiedene Forschungen belegen, es lenken derartige Aufwände ebenso wie ßberbordende Illustrierung vom Wesentlichen ab und erschweren das Lernen der eigentlichen Inhalte
.
Unzählige Arbeitsblätter zur Beschäftigung der Kinder fßllen oftmals den Unterrichtsalltag.
Virtuos entwickeln Kinder Strategien zum AusfĂźllen der LĂźckentexte. Weder der ganze Text, ja nicht einmal der ganze Satz oder die gesamte Rechenzeile werden dabei erfasst. Denn Schnellsein ist oberste Devise.

Wochenlange Projekte ohne Vergewisserung, ob die Projektziele bei jedem Kind angekommen sind, stellen oftmals „Zeitfresser“ dar, die eine Übernahme der Komponenten „Festigen und Üben“ durch andere Personen außerhalb von Unterricht bedingen.

Jenen Kindern, wo diese Ausfallshaftung extern niemand Ăźbernimmt bzw. Ăźbernehmen kann, bleibt nur der Weg abzuschauen, was sie tun oder schreiben sollen und sich damit abzufinden, dass sie nichts verstehen.

Um die Ergebnisse bei Schularbeiten und Tests akzeptabel zu halten, werden die Aufgabenstellungen vorher verteilt und geĂźbt, so dass auch hier wiederum nur wichtig ist, Texte zu schreiben statt sie zu verfassen bzw. Vorgegebenes zu wiederholen.

Dass dann außerhalb des Schonraums der Klasse viele Kinder so dastehen, als hätten sie noch nie Texte gelesen oder verfasst, noch nie multipliziert oder dividiert, etc. ist logische Folge dieser Inszenierungen.
Wir hoffen, dass unsere seit Langem immer wieder vorgebrachten Bedenken und Forderungen im Lichte der neuen PISA- Ergebnisse endlich wirklich ernst genommen werden.

Ilse Schmid
Präsidentin
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