Sonderpädagogischen Förderbedarf

Durch die Novelle zum Schulpflichtgesetz 1985 trat an die Stelle der Feststellung der Sonderschulbed√ľrftigkeit, die mit der die Aufnahme in eine Sonderschule verbunden war, nunmehr die "Feststellung des sonderp√§dagogischen F√∂rderbedarfs".
Als Grund f√ľr eine entsprechende Entscheidung ist nach wie vor normiert, dass das Kind "infolge physischer oder psychischer Behinderung dem Unterricht in der Volks- oder Hauptschule oder im Polytechnischen Lehrgang ohne sonderp√§dagogische F√∂rderung nicht zu folgend vermag."

Ungen√ľgende Schulleistungen ohne das Bestimmungsmerkmal
der Behinderung begr√ľnden daher keinen sonderp√§dagogischen
Förderbedarf. (BMUK-Erlass 1996)

Der Begriff "Behinderung" ist nicht zwingend im Sinn des Behindertengesetzes zu
verstehen, sondern speziell auf die zu erwartenden Schulleistungen bezogen.



Seit jeher besuchen viele k√∂rperbehinderte, seh- und h√∂rbehinderte Kinder allgemeine Schulen, ohne dass besondere Ma√ünahmen notwendig w√§ren. In vielen F√§llen reicht eine Ber√ľcksichtigung der Funktionseinschr√§nkung bei der Gestaltung der Arbeitssituation oder der Einsatz behinderungsspezifischer Hilfsmittel aus.‚Äú (BMUK-Erlass 1996)


Wann erfolgt die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs?

Die Feststellung kann auf Antrag der Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten des Kindes, auf Antrag des Leiters der Schule, dem das Kind zur Aufnahme vorgestellt worden ist oder dessen Schule es besucht oder sonst von Amts wegen erfolgen.

Bei der Feststellung des sonderp√§dagogischen F√∂rderbedarfes handelt es sich aus rechtlicher Sicht noch nicht um die Festlegung bestimmter Ma√ünahmen f√ľr das betreffende Kind, sondern um die allgemeine Feststellung, dass f√ľr das Kind eine sonderp√§dagogische Unterst√ľtzung erforderlich ist.


Rolle der Lehrpersonen, Schulleitung, Schulbehörde

Gem√§√ü ¬ß 43 Abs. 3 BDG 1979 geh√∂rt es zu den Dienstpflichten eines jeden Beamten, die Parteien, soweit es mit den Interessen des Dienstes und dem Gebot der Unparteilichkeit der Amtsf√ľhrung vereinbar ist, im Rahmen seiner dienstlichen Aufgaben zu unterst√ľtzen und zu informieren.

Hiedurch tritt neben die beh√∂rdliche Funktion (Entscheidungen und Anordnungen) auch eine Servicefunktion (Beratung und Unterst√ľtzung).
(aus: Behördenfibel, LSR f. Stmk.)