Lerndesign

Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln. - Herbert Spencer

Das Lerndesign-Modell der NMS-Entwicklungsbegleitung basiert auf Understanding by Design
von McTighe und Wiggins. Eine Kernidee des Modells ist „Form folgt Funktion“, d.h. die Form von
Lerninhalten, Lernprozessen, Lernprodukte und Lernumfelder soll kohĂ€rent mit den „big ideas“
und Lernzielen des Lehrplans gestaltet werden. „Big ideas“ sind die Kernideen und Konzepte, die
fĂŒr lebenslanges Lernen und eigenstĂ€ndiges Handeln in der Gesellschaft nachhaltig und förderlich
sind. McTighe und Wiggins betonen daher „enduring understandings“ oder „nachhaltige
VerstĂ€ndnisse“, die dem Lernen Sinn verleihen. So gesehen könnte das Konzept des Lerndesigns
als sinnorientiertes Lernen auf den Punkt gebracht.
Verstehen ist die zentrale Dimension des Lernens, die Wissen und Können Sinn verleiht. Nach
Schratz und Weiser (2004) gibt es zwei weitere Dimensionen der UnterrichtsqualitÀt: Person und
Gruppe. Wenn wir diese fĂŒnf Dimensionen als Felder des Lernens betrachten und verstehendes
Lernen im Mittelpunkt stellen, verbindet und aktiviert Verstehen die weiteren Dimensionen des
ganzheitlichen Lernerlebnisses, damit fachliche, persönliche, soziale und bĂŒrgerliche Kompetenzen
entwickeln.

Lerndesign Schritt fĂŒr Schritt

Schritt 1: Das Wesentliche bestimmen
Das Wesentliche: Was sind die wesentlichen Kernideen, Konzepte und Prinzipien, die nachhaltig
und unverzichtbar sind?
Die Fragen: Welche Kernfragen sind in diesem Zusammenhang relevant?
IrrtĂŒmer: Welche MissverstĂ€ndnisse oder falschen Konstrukte kommen hĂ€ufig vor?
Schritt 2: Lerninhalte multidimensional festlegen
Verstehen: Was sollen die Lernenden erkennen, begreifen und verstehen? Welche Konzepte,
Prinzipien und Ideen sind unverzichtbar?
Wissen: Was sollen die Lernenden wissen? Welche Fakten, Begriffe und Definitionen sind
unverzichtbar?
Können: Was sollen die Lernenden tun können? Welche Fertigkeiten und Kompetenzen sind
unverzichtbar?
Person: Wie können die Lernenden Anschluss zum Lernthema finden? Welche Aha-Erlebnisse
oder Entdeckungen sollen sie machen? Welche Interessen und Begabungen können aktiviert und
(weiter)entwickelt werden?
Gruppe: Welche Verbindung hat der Lerninhalt zum Gesellschaftsleben? Welche soziale
Bedeutung hat er? Wie profitieren die Lernenden miteinander und voneinander?
Schritt 3: Lernprodukte als Beweis fĂŒr den Lernerfolg gestalten
Ziel: Welche Informationen oder Demonstrationen brauche ich, um Lernerfolg festzustellen und
beurteilen?
Form: Welche Aufgaben und Aufgabenformen sind geeignet, um den Lernerfolg festzustellen?
Können authentische Aufgaben aus dem realen Leben verwendet oder adaptiert werden?
Kriterien: Welche Beurteilungskriterien werde ich verwenden und wie werde ich sie den
Lernenden transparent machen?
Schritt 4: Lernprozess gestalten (WEG FREI)
Wo(hin): Was haben die Lernenden bisher erreicht? Wo stehen sie jetzt? Wie mache ich die Ziele
klar?
Einstieg: Wie wecke ich Neugier und Interesse am Beginn? Was ist der Anlass oder das Anliegen?
Geschehnisse: Was geschieht, damit die Lernenden das Wesentliche entdecken und erleben? Wie
rĂŒste ich sie mit den notwendigen Kompetenzen und Wissen aus? Welche Lernerlebnisse und
Handlungen sind wichtig?
Fördern & Fordern: Wie rege ich Auseinandersetzung mit dem Thema an? Wie fördere und
fordere ich sie beim Lernen, Üben, Bearbeiten?
Reflexion: Wie helfe ich ihnen, ihre Lernfortschritte und Lernergebnisse kontinuierlich selbst und
anderen zu demonstrieren, beweisen und evaluieren?
Engagement: Wie kann ich den Lernenden helfend, einen persönlichen Zugang zum Lernthema zu
schaffen, damit alle optimal engagiert und leistungsfÀhig sind?
Implementierung: Welche Differenzen soll ich berĂŒcksichtigen? Was und wie kann ich
wirkungsvoll differenzieren? Wie organisiere und ordne ich die Lernaufgaben, damit alle optimal
lernen?

NMS-Entwicklungsbegleitung: Lerndesign