Liebe Leserinnen und Leser,

das neue Schuljahr hält wieder einige Herausforderung bereit.
Weitere Hauptschulstandorte sind in den Schulversuch „Neue Mittelschule“ (NMS) aufgenommen, und starten mit großen Erwartungen. Die zusätzlichen personellen Ressourcen, wie sie zu Beginn des Schulversuchs vor 3 Jahren gewährt wurden, stehen den neuen Standorten nicht mehr zur Verfügung. Schon vor (!) dem Vollausbau (= alle Schulen in der Sekundarstufe I sind Neue Mittelschulen) , um die zu Beginn propagierten guten Bedingungen auch tatsächlich allen bereit zu stellen.
Die Überprüfung der Arbeit an jenen NMS, die nunmehr im 4. Schulversuchsjahr sind, wird zeigen, inwieweit die NMS die Versprechen einlösen konnte.
Wie auch in den anderen 8. Schulstufen finden hier im FrĂĽhjahr 2012 die Testungen statt.

Stichwort: „Bildungsstandards“ und Standardüberprüfung und Ergebnisrückmeldung
Diese „Standardüberprüfungen liefern verlässliche Daten darüber, inwieweit die Zielvorgaben der Standards erreicht wurden. Darauf kann Schul- und Unterrichtsentwicklung aufbauen“ (Zitat bifie 2009).
Soweit die Theorie. Dass alle und alles nur am Durchschnitt der Leistungen aller getesteten Schüler/-innen gemessen wird, und nicht daran, was auf Grund unseres Lehrplans an Leistungen zu erwarten wäre, führt dann wohl dazu, dass man Glück haben muss: Wer dort schlecht ist, wo viele schlecht sind, steht trotzdem gut da.
Nun ja. Man könnte sagen: Dies spiegelt den Schulalltag wider. Wesentlicher Unterschied: Dort sind diese vergleichende Beurteilungen verboten.
Für all jene Kinder, die heuer eine 4. Klasse NMS besuchen, ist das erste Semester besonders wichtig. Es gilt zu überprüfen, ob ein Abschluss mit „Niveau Realgymnasium“ und den daraus resultierenden Berechtigungen zu erwarten ist. Dazu ist es erforderlich, dass alle Gegenstände nach dem Lehrplan des Realgymnasiums(RG) beurteilt werden . Etwaige Anträge auf Beurteilung nach den Bestimmungen des RG müssen vor Ende des 1. Semesters an die Schulleitung erfolgen.

Alle Kinder müssen die Chance bekommen, den ihren Talenten und Begabungen entsprechenden Bildungsabschluss zu erreichen. Maßgeblich dafür ist die Qualität des Unterrichts und nicht die Tatsache, dass Kinder und Eltern eine Wahlmöglichkeit haben.
Denkt man die Forderung weiter nach einem „…Schulsystem, in dem die Trennung der Kinder nach ihren Interessen und Begabungen erstmals am Ende der Schulpflicht erfolgt.“, so droht wohl auch die Abschaffung von Musik- und Sport-HS, etc.
Im öffentlichen –schulgeldfreien- System darf es dann keine besonderen Angebote mehr geben. Diese bleiben, wie teilweise jetzt schon, jenen vorbehalten, die sich das Schulgeld leisten können.
In den Bezirken Voitsberg, Murau und Graz werden Ihnen die jeweiligen Bezirksschulinspektoren weiterfĂĽhrende Informationen zur NMS bieten.

Wir laden Sie auch heuer wieder in Ihrer Region ein zum Seminar: ElternMitWirkung „Elternmitwirkung durch Eltern mit Wirkung“
Herzlichst Ilse Schmid