Liebe Leserinnen, Liebe Leser,
jene unter Ihnen, die schon über mehrere Jahre die schulischen Belange miterleben bzw. –verfolgen, stellen sicher fest, dass sich die Themen und Problemstellungen nicht wirklich ändern. Seit Jahrzehnten wird diskutiert, welches die „beste Organisationsform“ wäre –mit periodisch wechselnden Prioritäten.: gegliedertes Schulsystem oder Gesamtschule, Gliederung in Unterrichts- und Betreuungsteil oder Ganztagsschule. Einmal wird der Eigenverantwortung der Eltern das Wort geredet, dann wieder will man den Eltern Entscheidungskompetenz absprechen bzw. entziehen.
Dem einzigen, allseits unbestrittenen Schlüsselbereich für das Gelingen von Bildung und Ausbildung, dem förderlichen Unterricht, wird wenig bis gar kein gründliches Augenmerk geschenkt.
Wie sonst könnte es sein, dass trotz wiederholter und intensiver Interventionen nicht erreicht werden konnte, dass Unterricht im gesetzlich vorgesehenen Ausmaß tatsächlich stattfindet und über das gesamte Unterrichtsjahr hinweg auch den Intentionen des Lehrplans entsprechend genutzt wird. Es fehlt nach wie vor die Entschlossenheit der Behörde, Unterrichtsentfall hintanzuhalten. Verkürzte Schultage zu Beginn und vor Ende eines Semesters und vor Ferien, sowie (fast) ganz unterrichtsfrei wegen Schulgottesdienst. Obwohl die Rechtslage klar ist (s. Elternbrief Sept. 09) , weigern sich zuständige Stellen, von sich aus diesen Unterrichtsverlust zu unterbinden. Das geht so weit, dass man der „Schulpartnerschaft“ zumutet, die Einhaltung der Gesetze durchzu-setzen. Durch das Verteilen von „Beruhigungspillen“ in Form von vorgezogener Nachmittagsbetreuung, wird den Eltern der Wind aus den Segeln genommen.

 

Der Landesschulrat schreibt es in einem neuen Erlass nun noch deutlicher:

Es handelt sich nicht um eine Schulfreierklärung, sondern um eine Erlaubnis zum Fernbleiben, die nur jenen Schüler/inne/n und nur für die konkrete Dauer der Veranstaltung (Gottesdienst,..) gewährt werden darf. Für die restliche Zeit davor bzw. danach sind die Schüler/innen verpflichtet, den Unterricht zu besuchen.

Erlass -Februar 2012

 

Auch die großangelegte Initiative LLL:2020 mit ihren Benchmarks und Grundprinzipien hat nur Sinn bzw. Erfolg, wenn Bereitschaft besteht, auch in den „Niederungen der Schule“ entschlossen zu sein.
Kritik an schulischen Abläufen führt oft fast reflexhaft zum Vorwurf, man würde alles und alle schlecht machen, obwohl doch vieles gut läuft.
Der Preis „Pädagogischer Panther“, der heuer zum 12. Mal verliehen wird ist jedoch Beleg dafür, dass wir Eltern pädagogisches Engagement wahrnehmen und schätzen, und die Mühe nicht scheuen in ehrenamtlicher Arbeit diese Preis-verleihung auch durchzuführen.
Vor wenigen Tagen, wurde der Ausbau von Sprachförderung beschlossen. Das Beherrschen der Unterrichts-sprache ist eine wesentliche Voraus-setzung für (Aus-)Bildungserfolg. Daher kommt der Qualität der Sprach-förderung große Bedeutung zu.
Der bekannte Neurobiologen, Arzt und Psychotherapeuten Prof. Dr. med. Joachim Bauer wird am 14. März in Graz einen Vortrag halten:
Kinder verstehen und motivieren: Erziehung und Schule aus Sicht der Gehirnforschung
Mit freundlichen GrĂĽĂźen
Ilse Schmid