Woher erfahren Eltern, wie der Leistungsstand ihrer Kinder in der NMS ist?

Besondere Achtsamkeit ist erforderlich!

Bisher erhielten alle Schüler/innen an NMS bereits im ersten Jahr durch einen Zeugnisvermerk die Information, ob sie in den differenzierten Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch nach dem „höheren Level“ (bisher mit „Lehrplan Realgymnasium“ bezeichnet ab diesem Schuljahr als „vertiefte Allgemeinbildung“) beurteilt wurden oder nach dem „niedrigeren Level“ (bisher „Lehrplan Hauptschule“ nunmehr „grundlegende Allgemeinbildung“).
Durch die Überführung des Schulversuchs „Neue Mittelschule“ mittels Gesetzesänderung wird die Information über den „Level“ erst in der dritten und vierten Klasse der NMS ausgewiesen.
Es heißt nämlich:
„In der 7. und 8. Schulstufe der Neuen Mittelschule sind in den differenzierten Pflichtgegenständen die Beurteilungen mit einem entsprechenden Zusatz der grundlegenden oder der vertieften Allgemeinbildung anzuführen.“

Lediglich die ergänzende differenzierende Leistungsbeschreibung ist in allen Stufen auszufertigen. Deshalb müsste diese aussagekräftig sein!

„Dem Schüler der Neuen Mittelschule ist für jede erfolgreich absolvierte Schulstufe zusätzlich zum Jahreszeugnis eine ergänzende differenzierende Leistungsbeschreibung auszustellen, die in schriftlicher Form die Leistungsstärken des Schülers ausweist.“

Welche „Signale“ und Info- Möglichkeiten gibt es noch?

In den ersten beiden NMS-Jahren (1. und 2. Klasse bzw. 5. und 6. Schulstufe) bieten sehr gute Noten in den differenzierten Pflichtgegenständen eine Bestätigung, dass der „höhere Level“ erreicht wurde. Dies ergibt sich insbesondere aus den neuen Bestimmungen für Übertritte. Die Noten „Sehr gut“ und „“Gut“ entsprechen jedenfalls dem „AHS-Niveau“

Überdies wurden in den verschiedenen Gesetzen bzw. Verordnungen durch entsprechende Ergänzungen weitere Informationsmöglichkeiten vorgeschrieben:

Leistungsbeurteilungsverordnung § 11: nach Absatz 3a wurde eingefügt:

(3b) „An der Neuen Mittelschule sind darüber hinaus regelmäßige Gespräche zwischen Lehrer, Erziehungsberechtigten und Schüler vorzusehen, in denen die Leistungsstärken und der Leistungsstand des Schülers, auf der 7. und 8. Schulstufe insbesondere auch in Hinblick auf das Bildungsziel der vertieften Allgemeinbildung, gemeinsam zu erörtern sind. Wenn die Leistungen eines Schülers in der 7. und 8. Schulstufe in der Vertiefung eines differenzierten Pflichtgegenstandes in dem Ausmaß nachlassen, dass er am Ende des Jahres nur mehr nach den Anforderungen der grundlegenden Allgemeinbildung zu beurteilen wäre, ist dies den Erziehungsberechtigten unverzüglich mitzuteilen und dem Schüler sowie den Erziehungsberechtigten vom Klassenvorstand oder vom unterrichtenden Lehrer Gelegenheit zu einem beratenden Gespräch über die Fördermöglichkeiten im Sinne des § 19 Abs. 3a des Schulunterrichtsgesetzes zu geben.“

Schulunterrichtsgesetz § 19: nach Absatz 1 wurde eingefügt:

(1a) „An der Neuen Mittelschule sind darüber hinaus regelmäßige Gespräche zwischen Lehrer, Erziehungsberechtigten und Schüler vorzusehen, in denen die Leistungsstärken und der Leistungsstand des Schülers, auf der 7. und 8. Schulstufe insbesondere auch in Hinblick auf das Bildungsziel der vertieften Allgemeinbildung, gemeinsam zu erörtern sind.“

Die aus dem Volksschulbereich für die 1. und 2. Schulstufe bekannte Möglichkeit, der Beurteilung durch Noten etwas hinzuzufügen, wurde auf weitere Schulstufen ausgedehnt, allerdings nicht wie bisher eine „Leistungsbeschreibung“ sondern (nur mehr) eine „schriftliche Erläuterung“ Dies konnte und kann das Klassen- oder das Schulforum verordnen. Bevor ein diesbezüglicher Beschluss gefasst wird, sollte geklärt werden, was die Lehrpersonen unter „schriftlicher Erläuterung“ verstehen.

SchUG § 18 Abs.2 lautet nun:

In der Volksschule und der Sonderschule sowie an der Neuen Mittelschule kann das Klassenforum oder das Schulforum beschließen, dass der Beurteilung der Leistungen durch Noten eine schriftliche Erläuterung hinzuzufügen ist.

Hinsichtlich Förderunterricht wurde die Verpflichtung zum Besuch reduziert. Nicht mehr das Erreichen der höheren Anforderung sondern nur mehr das mangelhafte Erfüllen des „unteren Levels“ wird als explizites Kriterium angeführt.

SchUG § 12, dem Abs. 6 (für HS und Berufsschulen) wurde Abs. 6a angefügt:

(6a) „Schüler der 5. und 6. Schulstufe der Neuen Mittelschule sind verpflichtet, in den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik, und Lebende Fremdsprache den Förderunterricht zu besuchen, sofern der Bedarf nach einer Förderung von Amts wegen oder auf Antrag des Schülers durch den unterrichtenden Lehrer festgestellt wird, auf der 7. und 8. Schulstufe dann, wenn der Schüler die Anforderungen im Bereich der grundlegenden Allgemeinbildung nur mangelhaft erfüllt.“

Fazit:

Eltern und Schüler/innen werden mehr als bisher auf den schulischen Fortgang achten müssen. Die bisher den Noten „Befriedigend“ und „Genügend“ anhaftende Beruhigung „Alles in Ordnung, ich bin positiv“ kann in der NMS sehr trügerisch sein.