Wer soll bestimmen, wer Schulleiterin bzw. Schulleiter wird?

Schulleiterinnen und Schulleiter haben besonderen Einfluss auf das schulische Geschehen. Wer soll nun die Besetzung dieser SchlĂŒsselposition bestimmen?

Die Lehrpersonen, die zum Zeitpunkt des Leitungswechsels an der Schule unterrichten? Die Eltern, die zu der fraglichen Zeit ihre Kinder an der Schule haben? Oder der Dienstgeber, der ĂŒber viele Jahre hinweg bzw. hinaus, eine gesetzeskonforme aber auch sonst klaglose Umsetzung der Aufgaben der Schule gewĂ€hrleisten muss?

Gewiss gab und gibt es viele Situationen, wo sich die Meinungen und WĂŒnsche hinsichtlich einer Neubesetzung der Leitungsposition decken. Ebenso wird es auch kĂŒnftig Schulleitungen geben, die mangels Auswahlmöglichkeit mit Personen besetzt werden (mĂŒssen), die sich bereit erklĂ€rt haben, die Schulleitung zu ĂŒbernehmen. Ob es sich dabei jeweils um Personen handelt, die Erste/r unter vielen gewesen wĂ€ren oder nur Erste/r von einer Bewerbung hat dabei Ă€hnlich wenig Einfluss, wie auch ob der/die Erste in der Gruppe seiner Mitbewerber/innen auch Erste/r unter anderen Bewerberinnen und Bewerbern gewesen wĂ€re.

Jede im Schuldienst tĂ€tige Person hat eine individuelle Berufsbiografie, in der nicht nur abgeschlossene Ausbildungen und Zusatzqualifikationen Platz haben sondern auch Beurteilungen der geleisteten Arbeit durch Vorgesetzte. Die „Meinung“ der Eltern und Kinder spielt hier keine Rolle, weil es immer noch nicht zur Schulkultur gehört, regelmĂ€ĂŸig Feedback einzuholen.
Erst dann, wenn es zu einer Bewerbung kommt, wird die Meinung der sogenannten Schulpartner erhoben, indem ihnen gestattet wird, auf Grund von unterschiedlich umfangreichen EindrĂŒcken eine „Stellungnahme des Schulforums bzw. Schulgemeinschaftsausschusses“ abzuliefern. Viele Elternvertretungen geben sich große MĂŒhe zu einem Ergebnis zu kommen, das fĂŒr „ihren“ Schulstandort und somit fĂŒr ihre Kinder gutes Schulklima und gute Ausbildung unterstĂŒtzt. Wenn dann die EnttĂ€uschung groß ist, weil die Entscheidung der Behörde anders ausfĂ€llt, darf nicht verwundern. Auch Initiativen zur „Beeinflussung“ der Entscheidung können legitim sein, wenn sie die Prinzipien unseres Rechtsstaats nicht verletzen. Halbwahrheiten und besondere Lautheit sollten hier keinen Platz haben.
Die Verantwortung fĂŒr die Schulleitungen liegt beim Dienstgeber, ihn trifft letztendlich auch das „Auswahlverschulden“. Die Betroffenen am Schulstandort ernst zu nehmen, ist wichtig, kann aber eine eigenstĂ€ndige Entscheidung des Dienstgebers nicht ersetzen.

Die Änderung des Leitungs-Modells, von einem „Amt auf Probe“, mit fast unweigerlich folgender Ernennung ohne zeitliche Begrenzung, hin zu einer „Funktion auf Zeit“, die einer BestĂ€tigung im Amt bedarf und fĂŒr eine weitere Funktionsperiode gilt, sollte dringend erfolgen. Die Meinung der aktuell Betroffenen stĂ€rker zu gewichten, hĂ€tte in diesem Modell seinen logischen Platz. Etwaige Fehlentscheidungen könnten leichter korrigiert werden.

Ilse Schmid
22.Juni 2013