Zeugnis weist nur auf den Lehrplan hin

Behindertenanwalt Buchinger begr├╝ndet j├╝ngst seine Forderung nach einem Ende des Status "sonderp├Ądagogischer F├Ârderbedarf" (spF) mit der Stigmatisierung, die ├╝ber den Vermerk im Zeugnis erfolgt und zu einem Hindernis bei der Jobsuche wird.

Da werden leider wieder einmal zwei Dinge verwechselt. Im Zeugnis scheint nicht der Status "sonderp├Ądagogischer F├Ârderbedarf" auf, sondern nur der Lehrplan, nach dem die Sch├╝lerin bzw. der Sch├╝ler unterrichtet wurde.

Kinder mit dem Status "spF", denen es dank der mit diesem Status einhergehenden besonderen F├Ârderung gelingt, den Lehrplan der Volksschule, der Hauptschule, der Neuen Mittelschule oder auch der AHS zu erf├╝llen, haben keinen diesbez├╝glichen Vermerk im Zeugnis. Ihr Zeugnis unterscheidet sich┬ánicht von jenen der┬áMitsch├╝lerInnen ohne spF.

Ziel m├╝sste es daher sein,┬áausreichend vielen Kindern eine besondere F├Ârderung zuteil werden zu lassen, damit sie nicht nach dem Sonderschullehrplan unterrichtet werden m├╝ssen. Denn nur diese Lehrplanzuweisung ist im Zeugnis ersichtlich.

Leider besteht auch in vielen Schulen und Beh├Ârden die Meinung, dass der Status "spF" und somit auch die besondere F├Ârderung nur in Zusammenhang mit der Einstufung in den Sonderschullehrplan zu erteilen ist.
Immer wieder mussten wir f├╝r betroffene Eltern darum k├Ąmpfen, dass -so wie es das Gesetz vorsieht- die besondere F├Ârderung erteilt wird, weil das Kind "..infolge physischer oder psychischer Behinderung dem Unterricht in der Volks- oder Hauptschule, Neuen Mittelschule oder im Polytechnischen Schule ohne sonderp├Ądagogische F├Ârderung nicht zu folgen vermag" (┬ž 8 (1) Schulpflichtgesetz).┬áDadurch erst ist es diesen Kindern m├Âglich gewesen, ohne Sonderschullehrplan und somit ohne Hinweis im Zeugnis die Schulart erfolgreich abzuschlie├čen. W├Ąhrend ihrer Schulzeit besondere F├Ârderung erhalten zu haben war in diesen F├Ąllen ihr Gl├╝ck.
 
 
 
Ilse Schmid

Aus f├╝r Sonderf├Ârderung an Schulen? - Die Presse vom 8.8.2014

Kommentar (s.o.) erschienen am 9.8.2014 in Die Presse