Ganztägige Schulform

Was eine ganztägige Schulform ist, wird in § 8 lit.j Schulorganisationsgesetz definiert.

Demnach muss jeder Tag im Betreuungsteil auch Lernzeit aufweisen.


Die zwei verschiedenen Formen der ganztägigen Schulform sind:

Ganztägige Schulformen sind in Unterricht und Tagesbetreuung gegliedert, wobei diese in
- getrennter Abfolge oder
- verschr√§nkter Abfolge gef√ľhrt werden k√∂nnen.

Die zwei verschiedenen Arten von Lernzeiten:

1. Gegenstandsbezogene Lernzeit kurz GLZ genannt.

Die gegenstandsbezogene Lernzeit wird bezahlt wie eine Unterrichtsstunde, weil sie vom Inhalt her auch wie eine Unterrichtsstunde abzulaufen hat, mit der Einschränkung, dass kein neuer Lehrstoff erarbeitet werden darf.

Sie muss auf einen bestimmten Pflichtgegenstand bezogen sein und soll den Ertrag der Unterrichtsarbeit im jeweiligen Gegenstand sichern und durch entsprechende √úbungen festigen.

Die GLZ ist keine "Lernstunde" f√ľr das allgemeine "Aufgabe - Machen".

Sie muss von einer Lehrerin bzw. einem Lehrer gehalten werden, der in einem Dienstverhältnis zum Land steht (Landeslehrer).
bei AHS: Bundeslehrer


2. Individuelle Lernzeit kurz ILZ genannt:

Die individuelle Lernzeit wird bezahlt wie eine halbe Unterrichtsstunde. Sie dient der Erledigung dessen, was die Kinder in den einzelnen Unterrichtsstunden an "Aufgaben" aufgetragen bekommen haben.

Betreuungsplan:

Der Betreuungsplan ist der Stundenplan f√ľr den Betreuungsteil und ist von der Schulleitung zu erstellen.

GLZ mit Angabe des Gegenstandes, ILZ f√ľr das "Aufgabe-Machen", sowie Freizeit m√ľssen im Betreuungsplan ersichtlich sein.

"Lernstunden" d√ľrfen nur den Landes(Bundes)lehrern (Lehrerinnen mit Dienstverh√§ltnis zum Land/Bund) √ľbertragen werden.

Freizeitp√§dagogInnen, die vom Schulerhalter -meist √ľber Vereine- bereitgestellt werden, d√ľrfen nicht f√ľr Lernstunden/ Lernbetreuung eingeteilt werden.

Begriffsverwirrung mit System?

Alle Schulleiterinnen und Schulleiter, aber auch alle Lehrerinnen und Lehrer mussten auch Lehrveranstaltungen zum Thema Schulrecht absolvieren.
Der Unterschied zwischen
- einer privatrechtlichen Nachmittags-Betreuung und
- einem im Hoheitsbereich der Schule angesiedelten Betreuungsteil einer ganztägigen Schulform muss daher geläufig sein.

Auch dass GLZ nicht f√ľr gelenkte Lernzeit stehen kann, weil das Gesetz eine Gegenstandsbezogene Lernzeit verlangt, muss Teil der Grundkenntnisse sein.

 

Betreuungsplan - ganztägige Schulform - Qualität in ganztägigen Schulformen

Frau LSI Thomann versucht die gesetzlichen Vorgaben 2014 f√ľr die VS umzusetzen

Die gesetzliche Basis ist f√ľr VS und NMS gleich.

Die NMS wurden angehalten, bis 10. Oktober 2014 die Betreuungspläne auf die Schul-Homepage zu stellen.

Die Volksschulen erhielten nachstehende Erlass.

Die darin angef√ľhrten Grunds√§tze gelten wegen der gemeinsamen gestzlichen Grundlage analog auch f√ľr die NMS.
Ein Erlass ist nicht Voraussetzung f√ľr die Verpflichtung zur Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen

LSR- Erlass GZ.: VIIIGa1/123-2014

Im September 2015 zieht der LSR nach:

Nähere Infos dazu finden Sie hier: GTS 2015

 

Das Problem_ Bezahlung bzw. Dienstrecht

Eine Lehrperson m√ľsste 2 Stunden anwesend sein, w√ľrde die Lernzeit mit "ILZ" bezeichnet, um gleich viel zu erhalten wie f√ľr 1 Stunde mit der Bezeichnung "GLZ"

Wegen dieser als "halbwertig" empfundenen Bezahlung wollen viele Lehrpersonen keine ILZ √ľbernehmen und sie d√ľrfen dazu auch nicht gezwungen werden!

Vergessen wird gerne, dass f√ľr eine GLZ mehr "Einsatz" zu erbringen w√§re, n√§mlich Vorbereitung der Stunde um Kinder gezielt f√∂rdern zu k√∂nnen und Nachbereitung, um weitere Inhalt auf Erreichtes und noch Fehlendes anzustimmen.
NEU ab Sep. 2015: Der LSR verlangt je Kind eine Lerndokumentation. siehe GTS 2015 um so das Bewusstsein zu sch√§rfen, dass GLZ mehr als 1 Stunde T√§tigkeit erfordert und -was wir immer wieder einmahnen - dem gew√ľnschten Effekt der Chancengerechtigkeit besser Rechnung zu tragen.

Wegen dieser "halbwertigen" Bezahlung wurde/wird an vielen Schulen kaum ILZ angeboten,
Es findet fast ausschlie√ülich nur 1 Lern-Stunde pro Tag -gehalten von einer Lehrerin (Landeslehrer)- statt, weil nur 1 "voll" bezahlte Stunde (Lehrerwochenstunde) pro Tag und Gruppe zur Verf√ľgung steht. Dass die "voll" bezahlte Stunde jedoch nicht zum "Aufgabe-Machen" vorgesehen ist, sondern zum Festigen und √úben des laut Betreuungsplan zugeschriebenen Gegenstandes (siehe GLZ) bleibt oft au√üer Acht.
"Aufgabe-Machen" geh√∂rt in die ILZ. F√ľr 1 Lehrerwochenstunde m√ľssen 2 ILZ-Stunden gehalten werden.

Die ILZ wird im Pflichtschulbereich grunds√§tzlich von einer Lehrerin bzw. einem Lehrer abgehalten, der in einem Dienstverh√§ltnis zum Land steht (Landeslehrer), weil √ľber den Stellenplan keine ErzieherInnen besch√§ftigt werden d√ľrfen.

Im Lehrplan ist daher folgender Passus im Anschluss an die "autonome Gestaltungsm√∂glichkeit" angef√ľhrt.

Wenn es in Ermangelung des erforderlichen Personals nicht m√∂glich ist, individuelle Lernzeit im Ausma√ü von zumindest zwei Wochenstunden vorzusehen, dann ist statt der individuellen Lernzeit die gegenstandsbezogene Lernzeit mit f√ľnf Wochenstunden festzulegen.

Das neue Dienstrecht h√§lt nicht, was versprochen wurde - das Problem Lehrereinsatz f√ľr ILZ wurde versch√§rft

Demnächst hier zu lesen:

Liegt Schilda am Minoritenplatz?