Schuleingang und andere Fachbegriffe

Mit dem Wechsel des Kindes in die Schule werden Kind und Eltern mit neuen Situationen, aber auch neuen Begriffen bzw. Wörtern, konfrontiert. Nachstehend finden Sie -ohne Anspruch auf Vollständigkeit- einige dieser „Vokabel“.

Schuleingang:

Schon dieser Begriff zeigt, wie verwirrend der „Fachjargon“ sein kann. Schuleingang meint nicht den Ort zum Eintreten in die Schule, sondern die rechtliche und organisatorische Situation rund um den Schulstart eines Kindes nach der Kindergartenzeit.

Schulpflicht:

Damit ist die gesetzliche Verpflichtung gemeint, dass Kinder an einem Unterricht mit bestimmten Lernzielen (Lehrplan) teilzunehmen haben. Die Erfüllung dieser Pflicht ist nicht an den Besuch einer Schule gebunden.

Die Schulpflicht ist somit in Österreich (anders als zB in Deutschland) „nur“ eine Unterrichtspflicht.

Beginn:

Die Schulpflicht beginnt mit dem auf die Vollendung des sechsten Lebensjahres folgenden 1. September. Daher werden Kinder, die am 1. September oder danach das 6. Lebensjahr vollenden, erst im folgenden Kalenderjahr mit 1. September schulpflichtig.

Dauer:

Die Schulpflicht dauert 9 Schuljahre, die ab Beginn der Schulpflicht unabhängig vom Schulerfolg zu absolvieren sind. (Bei vorzeitiger Aufnahme wird das erste Schuljahr nur unter bestimmten Voraussetzungen eingerechnet.)

Schulreife:

Wenn angenommen werden kann, dass ein Kind ohne körperliche und geistige Überforderung dem Unterricht in der ersten Schulstufe folgen kann, ist das Kind schulreif.

Aufnahme in die Volksschule erfolgt auf Grund der Schülereinschreibung und setzt nur voraus, dass das Kind schulpflichtig ist.

Jedes schulpflichtig gewordene Kind ist in die Volksschule aufzunehmen:

â–¡ schulpflichtige, schulreife Kinder sind in die erste Schulstufe aufzunehmen
â–¡ schulpflichtige, aber nicht schulreife Kinder sind in die Vorschulstufe aufzunehmen.

Schulstufe:

Die Bezeichnung erste, zweite, dritte, …..Schulstufe hängt damit zusammen, welcher Schulstufe die Lernziele im Lehrplan zugeordnet sind, die dem Kind während des Schuljahres vermittelt worden sind und muss nicht mit der Anzahl der Schuljahre, die das Kind absolviert hat, übereinstimmen. Die Lehrplaninhalte der einzelner Gegenstände sind nämlich aufgeteilt und Schulstufen zugeordnet.
Mit Ausnahme der ersten beiden Schulstufen, deren Lehrplaninhalte zusammengefasst sind, sind für jede (weitere) Schulstufe für jeden Gegenstand separat die Lernziele angeführt.
Im Zeugnis steht vermerkt, welcher Lehrplan welcher Schulstufe zur Anwendung gekommen ist. Ein Kind kann somit zB

ï‚® das zweite Schuljahr absolvieren, aber (erst) nach dem Lehrplan der ersten Schulstufe unterrichtet werden, oder
ï‚® das zweite Schuljahr absolvieren und (bereits) nach dem Lehrplan der dritten Schulstufe unterrichtet werden.

vorzeitige Aufnahme:

Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, weil sie das sechste Lebensjahr nicht vor dem 1. September vollendet haben, dürfen dennoch in die Volksschule aufgenommen werden, wenn

□ deren Eltern während der Frist für die Schülereinschreibung ein Ansuchen bei der Schulleitung der zuständigen Volksschule stellen, UND

□ wenn sie bis zum 1. März des folgenden Kalenderjahres das 6. Lebensjahr vollendet haben,
â–¡ schulreif sind, und
□ über die für den Schulbesuch erforderliche soziale Kompetenz verfügen.

Da eine vorzeitige Aufnahme nur bei Vorliegen der Schulreife erfolgen darf, muss die Aufnahme in die erste Schulstufe erfolgen.
Das heißt: anders als bei schulpflichtigen Kindern, die ja auch ohne das Vorliegen von Schulreife aufzunehmen sind, dürfen vorzeitig aufgenommene Kindern nicht in die Vorschulstufe aufgenommen werden.

Vorschulstufe:
Wie auch bei der Bezeichnung Schulstufe stellt der Begriff Vorschulstufe auf die zu vermittelnden bzw. vermittelten Lehrplaninhalte ab.

Wenn an der Schule eine eigene Klasse für nicht schulreife Kinder geführt wird, kann vom Besuch einer Vorschulklasse gesprochen werden.

Widerruf der vorzeitigen Aufnahme:
Ein Widerruf ist nur vor Ende des Kalenderjahres der Aufnahme des Kindes möglich.

Stellt sich bei vorzeitig aufgenommenen Kindern vor Ende des Kalenderjahres der Aufnahme heraus, dass sie überfordert sind,

□ dürfen die Eltern ihr Kind vom Besuch der ersten Schulstufe abmelden, oder

â–¡ die Schulleiterin bzw. der Schulleiter kann die vorzeitige Aufnahme widerrufen.

Das Kind darf dann, muss aber nicht, weiterhin die(selbe) Schule bzw. eine (andere) Schule besuchen, wenn es die Eltern zum Besuch der Vorschulstufe anmelden. Diese Anmeldung ist beim Leiter jener Volksschule vorzunehmen, an der das Kind die Vorschulstufe besuchen soll.

Volksschule:
Die Volksschule umfasst jedenfalls die Grundschule und bei Bedarf die Oberstufe.
Die Volksschul-Oberstufe existiert allerdings eher nur mehr auf dem Papier, während

die Grundschule jener Abschnitt der Schulart Volksschule ist, der im allgemeinen Sprachgebrauch mit Volksschule bezeichnet wird.

Grundstufe I, Grundstufe II
Die Grundschule weist zwei Abschnitte auf: die Grundstufe I und die Grundstufe II

Die Grundstufe I umfasst die 1. und 2. Schulstufe und bei Bedarf die Vorschulstufe.
Die Grundstufe II umfasst die 3. und 4. Schulstufe.

rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen, Aspekte der Schulreife, Sprachstandsfeststellung:

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