Deutschpflicht in Schulpausen?

Durch Gesetze festgelegt ist, dass die Unterrichtssprache Deutsch ist. Pausen sind ausdrĂŒcklich Zeiten, die zwischen den Unterrichtsstunden zu gewĂ€hren sind. Pausen zĂ€hlen somit nicht zum Unterricht.

Wer ist also befugt, Vorschriften fĂŒr die Pausen zu erlassen?

GrundsĂ€tzlich ist es Sache des „zustĂ€ndigen Bundesministers“ nĂ€here Vorschriften ĂŒber das Verhalten der SchĂŒler zu erlassen. Dies findet in der Verordnung betreffend die Schulordnung seinen Niederschlag.


Das Schulforum bzw. der Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) darf –sofern es die besonderen UmstĂ€nde erfordern,- eine Hausordnung erlassen: (mindestens Zweidrittel jeder Kurie anwesend, mindestens Zweidrittel jeder Kurie dafĂŒr).



In der Hausordnung können Verhaltensvereinbarungen festgelegt werden.

Diese haben sich auf SchĂŒler, Lehrer und Erziehungsberechtigte als Schulgemeinschaft zu beziehen.

An Schulen mit Schulforum sind die ElternvertreterInnen besonders gefordert, da SchĂŒlerInnen -anders als im SGA- keine eigene stimmberechtigte Vertretung haben.


Schule ist ein Ort, wo ebenso wie in der Familie, „gutes Benehme“ gelehrt und gelernt wird. Werden Unsicherheiten oder Unkenntnis fĂŒhlbar bzw. fĂŒhlen sich Beteiligte hĂ€ufig durch andere missachtet oder gekrĂ€nkt, so können Schulen die Möglichkeit, „Verhaltensvereinbarungen“ festzulegen, ergreifen.

Pausen können Gelegenheit bieten, durch Verwendung der Sprache „Deutsch“ zusĂ€tzliche Übungszeiten zu eröffnen.

Sprache soll verbinden und nicht ausschließen.


Jedoch: Insbesondere wenn es sich -wie bei Pausen auch- um Gelegenheiten handelt, die der Erholung zugeordnet werden, richtet sich die Wahl der konkreten Sprache einer kommunizierenden Gruppe von Menschen in der Regel danach, was von allen in dieser Gruppe verstanden wird, bzw. einzelne Beteiligte sorgen dafĂŒr, dass durch Übersetzung des Gesprochenen niemand ausgeschlossen wird.
Die Verwendung der Amtssprache des Landes wird diesfalls keine Vorgabe sein.



Bitte schreiben Sie uns, wie Sie diese Thematik sehen, ob es an Ihrer Schule schon Thema war bzw. ist, ob es bereits Vereinbarungen dazu gibt,



Gestaltung des Schullebens und QualitÀtssicherung

Schulunterrichtsgesetz:

§ 44. (1) Der zustĂ€ndige Bundesminister hat durch Verordnung die nĂ€heren Vorschriften ĂŒber das Verhalten der SchĂŒler in der Schule, bei Schulveranstaltungen (§ 13) und bei schulbezogenen Veranstaltungen (§ 13a), ĂŒber Maßnahmen zur Sicherheit der SchĂŒler in der Schule, bei Schulveranstaltungen und bei schulbezogenen Veranstaltungen sowie zur Ermöglichung eines ordnungsgemĂ€ĂŸen Schulbetriebes auf Grund dieses Abschnittes und unter Bedachtnahme auf das Alter der SchĂŒler, die Schulart sowie die der Schule obliegenden Aufgaben zu erlassen. Das Schulforum (§ 63a) bzw. der Schulgemeinschaftsausschuß (§ 64) kann darĂŒber hinaus, soweit es die besonderen VerhĂ€ltnisse erfordern, eine Hausordnung erlassen; sie ist der zustĂ€ndigen Schulbehörde zur Kenntnis zu bringen und durch Anschlag in der Schule kundzumachen. In der Hausordnung können je nach der Aufgabe der Schule (Schulart, Schulform), dem Alter der SchĂŒler sowie nach den sonstigen Voraussetzungen am Standort (zB Zusammensetzung der Klasse, schulautonome Profilbildung, Beteiligung an Projekten bzw. Schulpartnerschaften, regionale Gegebenheiten) schuleigene Verhaltensvereinbarungen fĂŒr SchĂŒler, Lehrer und Erziehungsberechtigte als Schulgemeinschaft und Maßnahmen zur Förderung der SchulqualitĂ€t festgelegt werden, wobei das Einvernehmen aller Schulpartner anzustreben ist.